Dienstag Nachmittag (Fachlichter I)
"Ich schreib das mal eben mit!" - eine gute Idee, die aber mit etwas Gestaltung deutlich an Qualität gewinnt. Das gilt auch für den vorbereiteten Einsatz in Seminaren, Gruppenstunden oder Gremiensitzungen, denn mit kleinen Tricks werden Flipcharts zu ansprechenden Unterstützern eurer Inhalte.
In diesem Workshop bekommt ihr leicht umsetzbare Tipps für die Gestaltung eurer Flipcharts in der Praxis der Kinder- und Jugendarbeit.
Referent: Martin Fulst, Diakon, Kita-Leiter und Systemischer Berater, Hannover
„Systemsprenger" – so werden oft Jugendliche bezeichnet, die aus dem Rahmen fallen, die anecken, die Grenzen testen oder Regeln nicht akzeptieren. Sie fordern uns heraus und bringen manchmal unser ganzes Konzept ins Wanken. Dieser Workshop hilft uns, diese Jugendlichen nicht als Problem zu verstehen.
Wir setzen uns auseinander mit den Hintergründen: Was steckt hinter dem Verhalten? Welche Botschaften sind darin verborgen? Gleichzeitig entwickeln wir praktische Strategien für den Umgang im Alltag: Wie setze ich Grenzen klar und respektvoll? Wann sind meine Grenzen erreicht und wann braucht es andere Hilfen? Wir besprechen konkrete Szenarien, reflektieren unsere Reaktionsmuster und überlegen, wo Beziehung, wo Struktur und wo professionelle Grenzen wichtig sind.
Referentin: Anna Nockemann, Leiterin einer Tagesgruppe für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche & Traumatherapeutin, Neukirchen-Vluyn
Welche Chancen birgt das Spielen "in echt" für Menschen?
Gemeinsam nehmen wir in den Blick, wie wir als Fachkräfte in unserer Arbeit Räume und Möglichkeiten für Spielen schaffen und diese begleiten können - auch und gerade in einer Gesellschaft, die oft genug von Anonymität und Geschwindigkeit geprägt ist. Bei allen Überlegungen kommt die Praxis natürlich nicht zu kurz!
Referent: Tobias Macho, Diakon & Spielpädagoge, Bramsche
[Vorläufige Workshopbeschreibung]
Antisemitismus ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, mit dem vor allem jüdische Menschen umgehen müssen. In diesem Workshop schauen wir auf die Lebenswirklichkeit junger jüdischer Menschen in Deutschland und diskutieren, was wir als Jugendarbeit dazu beitragen können, Antisemitismus in unseren Bezügen zurückzudrängen und so dazu beizutragen, dass dies aus gesamtgesellschaftlich geschieht.
Dabei gibt es neben Hintergrundinformationen auch praxisnahe Möglichkeiten, dieses Thema in der eigenen Arbeit in den Blick zu nehmen und mit den jungen Menschen zu diskutieren.
Referentin: Regina Gehlisch, stellv. Vorsitzende des Bundesjugendrings, Hannover
Andachten bereichern den Kita-Alltag – doch wie werden sie zu Momenten, die wirklich bei den Kindern ankommen? Mit durchdachter Gestaltung gewinnen diese Zeiten deutlich an Kraft und Tiefenwirkung. Das gilt besonders für die bewusste Auswahl von Ritualen, Bildern, Musik und Bewegungen, denn mit kleinen Handgriffen werden Andachten zu erlebnisreichen Inseln der Ruhe und des Wunderns.
In diesem Workshop erhaltet ihr praxiserprobte Ideen und konkrete Tipps. Ihr entdeckt, wie ihr Andachten altersgerecht, inklusiv und mit einfachen Mitteln gestaltet, sodass jedes Kind seinen eigenen Zugang findet.
Referent:innen: Miriam Heuermann, Landesjugendpastorin & Verena Loges, Referentin im Landesjugendpfarramt, Hannover
Mittwoch ganztägig (Fachlichter II + III)
Wo Menschen miteinander wirksam sind, entstehen automatisch auch Konflikte, besonders da, wo die Einzelnen mit großer Leidenschaft dabei sind. Aber nicht nur deshalb ist die kirchliche Kinder- und Jugendarbeit ein Ort, an dem unter anderem Konflikte ausgetragen werden: Als Hauptamtliche müssen wir verschiedene Rollen und die damit verbundenen Erwartungen unter einen Hut bringen, Beziehungsarbeit leisten, junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung begleiten und diverse Projekte verantworten.
Um mit den daraus entstehenden Konflikten konstruktiv umgehen zu können, ist gutes Handwerkszeug aus dem Methodenkoffer des Konfliktmanagements hilfreich, das in diesem Workshop kennengelernt und ausprobiert werden kann. Beispiele für Konflikte aus der eigenen Praxis können gerne eingebracht werden.
Referentin: Silvia Schey, Systemischer Trainerin und transaktionsanalytische Beraterin, Bremen
Jungen und junge Männer sind nach wie vor mit "dominanten" Männlichkeitsbildern konfrontiert. Eine Orientierung an diesen Bildern bedeutet für nicht wenige Jungen Druck und Stress, eine Verengung des Spektrums ihrer Interessen, Fähigkeiten, Potenzialen und es entsteht ein Nährboden für frauen- und queerfeindliche Einstellungen. Gleichzeitig sind Jungen vielfältiger als die gesellschaftlich dominanten Bilder von Männlichkeit: Um nicht in eine Defizitorientierung zu verfallen und einen homogenisierenden Blick auf Jungen* zu entwickeln, hilft es, eine Perspektive für die Vielfalt von Männlichkeiten und Junge*-sein zu schulen und ihre Ressourcen in den Blick zu nehmen.
In der Fortbildung gehen wir der Frage nach, warum uns eine geschlechterreflektierende Perspektive dabei hilft, Jungen und junge Männer wohlwollend-kritisch zu begleiten und zu fördern. Wir beginnen die Fortbildung mit der Fragestellung „Was heißt es, in dieser Gesellschaft als Junge aufzuwachsen?“ und führen im Rahmen dessen in zentrale Ansätze der Jungen*arbeit ein. Anhand von Fallbeispielen loten wir pädagogische Handlungsspielräume aus.
Referent:innen: Lino Köhler (keine Pronomen) & Till Dahlmüller (Pronomen: er), Dissens - Institut für Bildung und Forschung e.V., Berlin
Mittwoch Vormittag (Fachlichter II)
Handpuppen sind zauberhafte Begleiter in der Arbeit mit Kindern. Sie machen Geschichten lebendig, wecken Fantasie und schaffen eine unmittelbare emotionale Verbindung. In diesem Workshop entdecken wir, wie wir Handpuppen als Erzählwerkzeug nutzen – ob für biblische Geschichten, Märchen oder selbst erfundene Abenteuer.
Wir lernen, Puppen zum Leben zu erwecken: Wie gebe ich ihr eine Stimme und Persönlichkeit? Wie bewege ich sie authentisch und ausdrucksvoll? Wie baue ich Spannung auf und beziehe Kinder aktiv ein? Wir üben verschiedene Erzähltechniken, erproben den Umgang mit unterschiedlichen Puppen und entwickeln ein Gespür dafür, wann Puppen die Geschichte unterstützen und bereichern.
Mit praktischen Tipps und viel Ausprobieren nehmen wir konkrete Ideen und mehr Sicherheit mit – für unvergessliche Momente mit Kindern, bei denen Puppen Geschichten erzählen helfen.
Eigene Lieblingspuppen können gerne mitgebracht werden.
Referent:innen: Wiebke & Alexander Otto, Diakon:innen & Autor:innen, Neukirchen-Vluyn
Viele junge Menschen haben traumatische Erfahrungen gemacht – sei es durch Verlust, Gewalt, Flucht oder andere belastende Lebensereignisse. Eine traumasensible Haltung in der Jugendarbeit bedeutet, diese Realität anzuerkennen und Räume zu schaffen, in denen sich junge Menschen sicher und verstanden fühlen.
In diesem Workshop lernen wir Grundlagen über Traumatisierung und ihre Auswirkungen auf Verhalten, Emotionen und Beziehungen kennen. Wir reflektieren, wie traumatische Reaktionen aussehen können und wie wir sie nicht pathologisieren, sondern als normale Reaktionen auf außergewöhnliche Ereignisse verstehen. Der Schwerpunkt liegt auf praktischen Strategien: Wie schaffe ich sichere Räume? Wie reagiere ich auf Triggersituationen? Wie wichtig sind Verlässlichkeit und Struktur? Wie achte ich auf meine eigenen Grenzen?
Mit konkreten Beispielen aus der Jugendarbeit entwickeln wir eine traumasensible Grundhaltung, die Halt gibt – für junge Menschen und für uns selbst.
Referentin: Anna Nockemann, Traumatherapeutin, Neukirchen-Vluyn
Wie können wir politische Themen aufgreifen, ohne Jugendliche zu überfordern, zu belehren oder ihnen eine bestimmte Haltung vorzugeben?
Der Workshop vermittelt zunächst grundlegende Prinzipien politischer Bildung: Was verstehen wir unter politischer Bildung? Was unterscheidet politische Bildung von politischer Information, Meinungsaustausch oder Beeinflussung? Welche Rolle spielen Kontroversität, Selbstbestimmung, Lebensweltorientierung und die eigene ganz persönliche Haltung?
Im zweiten Teil wechseln wir in unseren Arbeitsalltag. Gemeinsam werden Situationen aus der Arbeit mit jungen Menschen betrachtet: Wie kann ein Gespräch über Krieg, Klimawandel, Migration oder Rechtsextremismus begonnen und gut geführt werden?
Bringt bitte ein konkretes Fallbeispiel aus eurer Arbeit mit.
Referent: Niklas Craemer, Referent für jugendpolitische Bildung, Burgdorf
Segnen dürfen alle – auch junge Menschen! Segen auf Jugendfreizeiten, bei Konfirmationen, beim Schulabschluss – wir kennen diese Momente und ahnen, welche Strahlkraft in ihnen steckt.
In diesem Fachlicht experimentieren wir mit einer Einheit, um Jugendlichen Mut zuzusprechen, selbst zu Segnenden zu werden. Die Einheit kann z.B. als Vorbereitung für Freizeiten oder auf Juleica-Schulungen als Grundlage genutzt werden. Gleichzeitig gibt es Best-Practice Ideen, um den Segen in der Arbeit mit Jugendlichen nach vorn zu stellen.
Referentin: Kathrin Beushausen, Diakonin und Referentin beim Projekt "Lauter Segen", Hildesheim
"Die Wehrpflicht kommt" - dieses Grundgefühl teilen viele junge Menschen und es führt zu Verunsicherungen. Möchte ich zur Bundeswehr, falls ich eingezogen werde? Oder verweigere ich? Kann das "guten Gewissens" überhaupt tun?
Wir beschäftigen uns einerseits mit den Fakten zu diesem Thema, um eine Grundlage für die weitere Auseinandersetzung zu haben: welche Gesetze gelten, welche Regelungen wurden getroffen, was ist für junge Menschen zu beachten?
Andererseits werden konkrete Methoden und Materialien vorgestellt, wie in der Jugendarbeit das Thema diskutiert und zur individuellen Gewissensbildung beigetragen werden kann.
Referent: Felix Paul, Friedensbeauftragter der Landeskirche & Referent im Team Demokratie und Frieden der Ev. Agentur, Hannover
Mittwoch Nachmittag (Fachlichter III)
Inklusion ist mehr als ein Schlagwort – es ist die Haltung, dass alle jungen Menschen selbstverständlich dazugehören. In der Praxis der Jugendarbeit entstehen aber oft konkrete Fragen: Wie schaffe ich es, dass Jugendliche mit Behinderungen wirklich teilhaben können? Wie gehe ich mit unterschiedlichen Bedürfnissen um? Wie baue ich Barrieren ab – baulich, kommunikativ, sozial?
In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit den Grundprinzipien von Inklusion und entwickeln praktische Strategien für den Alltag. Wir schauen auf konkrete Situationen: Wie gestalte ich eine Gruppenstunde so, dass alle mitarbeiten können? Wie kommuniziere ich verständlich? Wie hole ich alle mit ins Boot, ohne einzelne herauszustellen? Wir tauschen Best-Practice-Beispiele aus und reflektieren eigene Haltungen und Grenzen.
Mit einfachen, gut umsetzbaren Tipps und einer inklusiven Grundhaltung machen wir Jugendarbeit für alle erlebbar – als Bereicherung für die ganze Gruppe.
Referentin: Saskia Gelhaus-Rienecker, Diakonin, Leitung der Fachstelle Inklusion im Kirchenkreis Lüneburg
Die Welt der Kinder ist voll von Übergängen, Neuanfängen und Abschieden. In diesen Momenten könnte doch auch Segen sein – und zwar so, dass Segen zu Kindern und ihren Begleitenden passt.
In diesem Fachlicht geht um die ID des Segens: Für uns persönlich und in einer einladenden und machtsensiblen Haltung gegenüber den Menschen, mit denen wir unterwegs sein dürfen.
Ziel ist ein voller Koffer an Ideen und Methoden für die Arbeit mit Kindern zuhause in den Gemeinden, Regionen und drum herum.
Referentin: Kathrin Beushausen, Diakonin und Referentin beim Projekt "Lauter Segen", Hildesheim
Wie können wir sicher und angemessen reagieren, wenn Jugendliche sich selbst verletzen oder suizidale Gedanken und Verhaltensweisen zeigen?
Das Seminar vermittelt grundlegendes Wissen zu Suizidalität und selbstverletzendem Verhalten, klärt über verbreitete Mythen auf und beleuchtet Hintergründe sowie mögliche psychische Erkrankungen. Im Mittelpunkt steht der konkrete Umgang mit Krisensituationen: Was dürfen und müssen wir als pädagogische Fachkräfte tun, wo liegen die Grenzen und welche Aspekte sind zu beachten – auch im Kontakt mit Eltern, Bystandern und bei einer Meldung? Darüber hinaus geht es um die Begleitung Jugendlicher während und nach einer Krise sowie um die eigene Rolle und Haltung als Fachkraft.
Referentinnen: Sonja Winterhoff, Diakonin & Systemische Seelsorgerin, Hannover und Isabella Teresa Saul, M.Sc. Psychologin
Wie können wir gut und dabei nicht auf Kosten anderer und der Umwelt leben? Wer die globalen Krisen bestehen und überwinden will, kommt an dieser Frage nicht vorbei. Wer nach Antworten sucht, sollte mehr als einen Blick in die Bibel wagen. Denn die biblischen Autor*innen fragen wie wir nach dem guten Leben für alle.
RE:lectura legt mit besonderen "Lesezeichen" Spuren in der Bibel und führt euch zu Texten, die nach dem guten Leben für alle fragen. Mit ihrer Gestaltung werfen die Lesezeichen einen ungewohnten Blick auf die biblischen Texte. Die passenden Methoden schaffen neue Zugänge zu den Bibelstellen. Geht mit ihrer Hilfe auf Spurensuche und findet Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit.
Ihr erhaltet ein RE:lectura Exemplar mit Bibel. Damit könnt ihr selbst Workshops zu ausgewählten Bibelstellen durchführen. Weitere Informationen zu RE:lectura findet ihr auf der aej-Website: https://www.aej.de/relectura
Referentin: Henrike Lederer, Referentin für nachhaltige Entwickelung bei der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej), Hannover