Bild: Regula Jantos

Peer-to-Peer-Seelsorge

Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wäre kaum denkbar ohne Ehrenamtliche. Teamende unterschiedlichen Alters engagieren sich in der Evangelischen Jugend - ganz nach ihren Fähigkeiten und erworbenen Qualifikationen.

Zu diesen ist nun eine weitere hinzugekommen: Ehrenamtliche können sich in Peer-to-Peer-Seelsorge ausbilden lassen, denn neben ihrer pädagogischen Unterstützung werden Teamende auch seelsorglich angesprochen.

Die Qualifikation in Peer-to-Peer-Seelsorge will ganz grundsätzlich Unsicherheiten abbauen und in zwei Ausbildungs-Schritten den Teamenden Möglichkeiten an die Hand geben, auf seelsorgliche Situationen zuzugehen, Gespräche zu führen und auf Seelsorgeanfragen entsprechend zu reagieren.

Die beiden Module der Peer-to-Peer-Seelsorge

Bild: Anna Thumser

Das Basis-Modul ist als etwa dreistündiges Modul konzipiert. Es richtet sich an Teilnehmende der JuLeiCa-Ausbildung und damit an Teamende ab einem Alter von 16 Jahren.

Inhaltlich beschäftigt sich das Modul mit der Schulung der Wahrnehmung und der Sensibilisierung für das Miteinander in einem seelsorglichen Gespräch.

Das Basis-Modul vermittelt keinen Werkzeugkasten, weil es diesen nicht gibt; seelsorgliche Gespräche sind so einzigartig wie die Begegnung der beiden individuellen Persönlichkeiten in jenem Moment.
Das Thema "eigene Grenzen" wird deutlich thematisiert, um die jugendlichen Seelsorger*innen nicht zu überfordern.

Bild: Andrea Hesse

Das Aufbau-Modul eignet sich für Teamende ab 18 Jahren, wobei sich hier die Leitung die Frage der Eignung stellen sollte und diese offen mit der entsprechenden Person kommuniziert. Sollte keine geeignete Gruppengröße erreicht werden, empfiehlt sich die Kooperation mit anderen Kolleg*innen bzw. Kirchenkreisen.

Das Aufbau-Modul eignet sich zur Auffrischung der JuLeiCa. In einem etwa achtstündigen Seminar beschäftigen sich die Teilnehmenden unter anderem mit den Themen Gesprächsablauf, Aktives Zuhören und Systemische Fragen. Damit ist das Aufbau-Modul deutlich anspruchsvoller als das Basis-Modul.

Auch hier wird das Thema "eigene Grenzen" angesprochen, um die jugendlichen Seelsorger*innen nicht zu überfordern.

Informationen und Bezug der Werkstatthefte

Die Werkstatthefte werden kostenfrei abgegeben.
Zuvor soll jedoch eine Einführung in die Arbeit mit den beiden Modulen stattgefunden haben.

Weitere Informationen zu den Werkstattheften, den nächsten Seminarterminen und betreffs des Bezugs der Werkstatthefte erhalten Sie bei den nebenstehenden Ansprechpersonen.

Ein Hinweis zum Thema "Seelsorger*in-Sein"

In der Bibel wird seelsorglicher Umgang miteinander beschrieben: füreinander beten (Jak 5,13), einander trösten und einander anteilnehmend und mitfühlend durch Höhen und Tiefen begleiten (Jak 5,13; Röm 12,15; Gal 6,2). Und auch das Seelsorgegeheimnisgesetz spricht von christlich motivierter Zuwendung.

Insofern ist Seelsorge der Auftrag aller getauften Christinnen*Christen, den auch Jugendliche erfüllen können. Und für alle diese Formen seelsorglicher Zuwendung gilt die Verschwiegenheitspflicht.

Der Unterschied ist jedoch, dass von der Kirche ordentlich beauftragte Seelsorger*innen (in Gemeinden oder Einrichtungen) zum einen eine längerfristige Ausbildung absolviert und zum anderen ein Zeugnisverweigerungsrecht haben.

Dass diese Berufung bei den Ehrenamtlichen der Peer-to-Peer-Seelsorge nicht ausgesprochen wird, ist vorher mit allen Teilnehmenden zu thematisieren.

Ansprechpartner*in

Marco Kosziollek
Archivstr. 3
30169 Hannover
Tel.: 0511 1241-573

Landesjugendpfarramt