Bild: Regula Jantos

Jugendforschung

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Die Jugendforschung liefert uns spannende Erkenntnisse für unsere Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Sie hilft uns, die Werte, Normen, Themen und Herausforderungen der je aktuellen Jugendgeneration wahrzunehmen. Es ist wichtig, dort auf der Höhe zu bleiben, um ihnen ein gutes Gegenüber sein zu können.

Referent:innen des Landesjugendpfarramtes können deshalb zu Vorträgen, Workshops und Seminaren rund um das Thema Jugendforschung eingeladen werden. Außerdem gibt es auf dieser Seite immer wieder Hinweise auf Veröffentlichungen, die aus unserer Sicht für die kirchliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen von besonderem Interesse sind.

Intensiver bearbeitet dieses Themenfeld Dr. Kathinka Hertlein von der Arbeitsgemeinschaft Ev. Jugend in Deutschland (aej), die dort u.a. für Jugendforschung zuständig ist. Auch sie kann zu Veranstaltungen oder Seminaren eingeladen werden.

aej: Soziologie und Forschung

Einige interessante Studien etc. im Überblick

Im folgenden findet ihr einige ausgewählte Studien im Überblick, die ich für besonders interessant und relevant halte für die Arbeit der Evangelischen Jugend.

In den letzten zwei Jahren sind viele Studien rund um das Thema "Junge Menschen und Corona" veröffentlicht worden. Hier alles im Blick zu behalten ist kaum möglich. Diese kleine "Synopse" wichtiger Studien soll dabei helfen und kann heruntergeladen werden. Sie ist als kleine Arbeitshilfe gedacht und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

Markus Steuer

Synopse Corona-Studien

In der Untersuchung "Wir sind auf dem Weg - und ihr?" wird beschrieben, was junge Menschen bewegt und was ihre Wünsche, Ideen und Perspektiven in und mit der evangelischen Jugendarbeit sind. So wird das Schlagwort "Partizipation" mit Leben gefüllt und beispielhaft deutlich, was so entstehen kann. Bei der Erarbeitung dieser Veröffentlichung waren auch einige Vertreter:innen der Ev. Jugend Hannovers beteiligt.

Agnetha Bartels, Claudia Taylor (Hrsg.)

Wir sind auf dem Weg - und ihr?

Es ist schon etwas her: lange vor Corona haben sich Wolfgang Blaffert und Tim von Kietzell gemeinsam mit einigen Mitstreiter:innen auf den Weg gemacht und in der ganzen Landeskirche junge Menschen zu ihrem Glauben und ihrem Gottesbild befragt. Nicht plump per Fragebogen, sondern mithilfe von verschiedenen kreativen Methoden.

Herausgekommen ist ein großer Schatz von Texten, Bildern und Gedanken, aus dem ein Theaterstück und eine Ausstellung entstanden sind. Mit beiden waren sie dann wiederum in Niedersachsen unterwegs, um mit jungen und alten Menschen ins Gespräch zu kommen, was Glaube heute eigentlich ausmacht, wie sie sich Gott vorstellen und was das mit ihrem Leben zu tun hat.

Am Ende dieses intensiven Projekts bleiben - neben vielen wertvollen Begegnungen - eine Sammlung von spannenden Antworten rund um das Thema "Eine Vorstellung von Gott". Wolfgang Blaffert hat diese gesammelt und thematisch zusammengestellt. Diese Auswertung unter dem Titel "Vorstellungen von Gott. Eine Expedition durch den Kontinent jugendlichen Glaubens" kann hier heruntergeladen werden:

Wolfgang Blaffert

Vorstellungen von Gott

Eine Studie über hochreligiöse evangelische Jugendliche

2018 - also deutlich vor der Corona-Pandemie - hat ein Forscherteam um Tobias Faix und Tobias Künkler die Studie "Generation Lobpreis" veröffentlicht, die sich intensiv mit der Gruppe hochreligiöser junger Menschen beschäftigt und dabei auf die Jugendlichen fokussiert, die sich selbst als evangelisch verstehen. Zur Einordnung: ca. 20% der Jugendlichen in Deutschland gelten als "hochreligiös" und viele dieser jungen Menschen sind auch in der Ev. Jugend unterwegs. Ein genauer Blick lohnt sich also!

Der Titel spiegelt die bemerkenswerte Auswertung wider, dass 64% der befragten hochreligiösen Jugendlichen Lobpreismusik als "glaubensstärkend" empfinden - der höchste Wert, deutlich vor Gebet oder Bibellesen, die eigentlich erwartet worden waren. Sie sind überdurchschnittlich in Gemeinden engagiert, weil es ihnen Spaß macht. Gemeinschaft ist aus ihrer Sicht in der Kirche am wichtigsten und das Gottesbild ist vor allem das eines liebenden Gottes.

Manche Vorurteile werden fast nebenbei abgeräumt: Missionieren möchten sie eher nicht, über ihren Glauben sprechen sie aber durchaus gerne und viel. Social Media spielt für ihr Glaubensleben eine sehr geringe Rolle (zumindest vor Corona) und jede:r Dritte engagiert sich auch außerhalb des christlichen Kontextes.

Diese Studie zeigt für mich: es lohnt sich für uns als Ev. Jugend, uns mit dieser Zielgruppe unserer Arbeit zu beschäftigen und dabei auch den Bereich der (Lobpreis-)Musik kritisch-konstruktiv in den Blick zu nehmen.

Neugierig geworden? In seinem Blog stellt Tobias Faix einige Ergebnisse beispielhaft vor und verweist dort auch auf den Forschungsbericht und das Buch zur Studie.

Tobias Faix

Generation Lobpreis. Erste Ergebnisse der empirica-Jugendstudie 2018

Eine der wichtigsten Jugendstudien in Deutschland ist die SINUS-Studie, die ca. alle 4 Jahre veröffentlicht wird. Hier werden verschiedene Jugend-Milieus vorgestellt, in die sich die je aktuelle Jugendgeneration nach Ansicht der Forscher:innen aufteilen lässt. Diese Aufteilung entsteht durch eine Vielzahl qualitativer Interviews mit jungen Menschen, was zur Folge hat, dass zwar die Milieus beschrieben, jedoch keine statistischen Zahlen zur Aufteilung in diese Milieus geliefert werden können.

So entsteht ein guter Überblick über die Werte junger Menschen, ihre Lebenssituation und ihre Wahrnehmung von Gesellschaft, Arbeitswelt, Politik oder Kirche.

Der Studie von 2020 liegen Interviews zugrunde, die vor Beginn der Corona-Pandemie geführt wurden, weshalb später eine Befragungsrunde speziell zu Corona durchgeführt wurde. Auch deshalb eine wichtige Lektüre!

SINUS-Institut

Übersichtsseite SINUS-Jugendstudie 2020

Silke Gütlich aus der Ev. Jugend in Westfalen hat ihre Doktorarbeit zum Thema "Bedarfe einer zukunftsfähigen Jugendarbeit" verfasst. Ihre Ergebnisse sind natürlich auch für uns in Niedersachsen interessant.

Die Arbeit findet sich hier:

Silke Gütlich

Bedarfe einer zukunftsfähigen Jugendarbeit

Janne Neumann hat in ihrer Bachelorarbeit Kirchenkreisjugendkonvente untersucht und etwa danach gefragt, wie Partizipation gelingt, welche Motivation die Teilnehmenden haben, wie sie Zugang zum Konvent gefunden haben oder wie relevant Hauptamtliche und Wertschätzung sind und welche Unterstützungsbedarfe durch Hauptamtliche es gibt.

Eine Zusammenfassung kann hier heruntergeladen werden:

Janne Neumann

Zusammenfassung: Motivation und Voraussetzungen für die Partizipation KKJK (BA)

Ansprechpartner:in

Markus Steuer