Bild: Sarah Vogel

Workshopangebote

Gedenken nach 75 Jahren! - Was haben wir aus der Geschichte gelernt?

Der allgemeine Satz "Es muss doch mal Schluss sein mit der Schuld" und Aussagen mancher Politiker*innen machen deutlich, dass heute - 75 Jahre nach der Befreiung der Lager des Nationalsozialismus - die Stimmen lauter werden, sich nicht mehr so intensiv mit dieser Zeit zu befassen.

Aber passiert das überhaupt? Wie gedenken wir heute der Opfer, wo doch immer mehr Zeitzeug*innen sterben? Welche Methoden sind möglich und wie verspielt darf das dann sein? Mit diesen Fragen setzt sich der Workshop auseinandersetzen und stellt dabei Methoden aus der Gedenkstättenpädagogik vor.

#Gedenken – Herausforderungen und Chancen einer multimedialen Erinnerungskultur

Der 27. Januar und der 8. Mai sind heute Gedenktage in Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Direkte Zeitzeugengespräche sind immer seltener möglich und aufgrund der zeitlichen Distanz gibt es immer weniger persönliche Bezüge.

Doch die Vermittlung des Themas ist vielfältiger geworden: App-basierte Stadtführungen, Infos mittels QR-Codes auf Mahnmalen, digitale Tools in Gedenkstätten, die NS-Zeit im Comic oder eine Instagram-Story über ein Holocaust-Opfer zeigen, dass es multimediale Zugänge gibt, die sicherlich unsere gesellschaftliche Erinnerungskultur zukünftig noch stärker prägen werden. Der Workshop beschäftigt sich mit digitalen Zugängen für die Vermittlung des Nationalsozialismus und mit den Herausforderungen und Chancen der multimedialen Dimension der Erinnerungsarbeit.

Stolpersteine – eine fiktive Ratssitzung

„Hier wohnte Martha Baumgarten, Jg. 1921, deportiert 1941, Minsk, ermordet Juli 1942“

Sie sind klein, golden, quadratisch und wenn man durch die Straßen europäischer Orte läuft, kann man über diese Steine „stolpern“. Sie machen auf das Leid und die Ermordung von Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus aufmerksam. Das Kunstprojekt von Gunter Demnig hat viele Preise gewonnen, bleibt aber dennoch nicht unumstritten. In diesem Bildungsangebot werden sich die Teilnehmenden mit diesem Projekt in einem Rollenspiel auseinandersetzen und dabei diskutieren, was für und was gegen eine solche Erinnerungskultur spricht. Davon ausgehend können sie selbst kreativ werden und ein Zeichen des Gedenkens setzen.

Lebenswert!

Unter dem euphemistischem Begriff „Euthanasie“, was wörtlich als „schöner Tod“ übersetzt werden kann, wurden während des Nationalsozialismus behinderte Menschen systematisch ermordet. Diese Opfergruppe hat leider keine große gesellschaftliche Lobby, sodass das Gedenken an die behinderten Opfer des NS-Regimes oft in den Hintergrund geraten ist.

Mit Hilfe einer künstlerischen Auseinandersetzung soll in diesem Workshop eine Beschäftigung mit den historischen Ereignissen und zugleich mit heutigen Formen von Diskriminierungen bis hin zur Behindertenfeindlichkeit erfolgen.

Spuren des Kolonialismus

Rund einhundert Jahre ist es nun her, dass Deutschland im Besitz von Kolonien war. Doch wie hat sich Deutschland als postkoloniale Gesellschaft entwickelt? Wo wird die Zeit des Kolonialismus und damit verbunden die kolonialrassistischen Kontinuitäten in unserer Gesellschaft thematisiert?

Die Auseinandersetzung mit dieser Zeit kann ein Schlüssel sein, manifeste menschenfeindliche Einstellungen zu offenbaren und diesen entgegenzuwirken. In einem theoretischen Input werden Informationen vermittelt, in praktischen Übungen reflektieren die Teilnehmenden die gesellschaftlichen Ausgrenzungsmechanismen und prüfen ihre eigenen Einstellungen, um davon ausgehend ein friedliches Miteinander zu fördern.

Ansprechpartner*in

Sarah Vogel
Tel.: 0511 1241-155

Referentin der Netzwerkstelle für jugendpolitische Bildung