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Interview mit Kea

Worum geht es beim Lutherischen Weltbund?

"Der lutherische Weltbund stellt für mich eine Vereinigung aller evangelischen lutherischen Kirchen der Welt dar. Die Vollversammlung dieses Gremiums findet alle sechs bis sieben Jahre an einem anderen Ort statt. Dieses Jahr werden wir für euch nach Windhoek, Namibia reisen, denn auch die Jugendlichen haben einen Anteil an dieser Zusammenkunft und ihnen wird sogar die Möglichkeit geboten sich die Woche vor der eigentlichen Veranstaltung zu treffen (PreYouthAssembly)."

 

Was ist Deine Aufgabe bei der Vollversammlung?

"Ich werde als Steward nach Namibia reisen. Das bedeutet, dass ich mit anderen Stewards aus der ganzen Welt Aufgaben übernehme um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Dazu gehören Aufgaben wie: Technik, Begrüßungen der Gäste, Infopoint, Gottesdienste vorbereiten, Sitzungsräume herrichten etc."

 

Mit welchen Fragen gehst Du zu der Veranstaltung? Welche Themen sind Dir wichtig?

"Ich bin super gespannt auf die Zeit in Namibia. Denn die Chance mit Lutheranern aus der ganzen Welt in Kontakt zu kommen ergibt sich nicht häufig."

 

"Rebecca und ich werden euch über Instagram (@lajucamp) soweit es geht auf dem Laufenden halten. Dort könnt ihr uns dann auch gerne Fragen stellen :)"

 

Interview mit Rebecca

Worum geht es beim Lutherischen Weltbund?

"In den Jahren nach der Gründung 1947 ging es sehr stark um die gegenseitige Unterstützung und humanitärer Hilfe. Noch heute in der LWB einer der größten Partner des UN Flüchtlingshilfsweks. Darüber hinaus ist der LWB viel näher zusammengewachsen. Mit allen vor und Nachteilen. Man nennt sich jetzt Kirchengemeinschaft, feiert gemeinsam Abendmahl und erkennt Ordinierte der anderen Mitgliedskirchen an. Daher wird auch viel über theologische Grundsätze diskutiert und gestritten. Was sagt denn nun die Bibel zu Frauenordination? Gehören Homosexuelle ins Pfarrhaus? Beim Austausch miteinander - ob nun einträchtig oder kontrovers - wird viel übereinander gelernt, was in einer globalisierten Welt immer wichtiger wird! Gemeinsame Ziele umzusetzen klappt tatsächlich auch! Z.b. Gendergerechtigkeit oder Jugendpartizipation. Mehr Informationen über einzelne Arbeitsbereiche findet man unter de.lutheranworld.org . Zwei konkrete Beispiele möchte ich zum Schluss noch nennen. Dem LWB ist die Unterstützung lokaler Projekte sehr wichtig, wie u.a. der Workshop zu unseren Erfahrungen mit Geflüchteten in der Jugendarbeit, den wir als Landesjugendkammer erarbeitet und angeboten haben. Aber auch Kurse zu Gleichberechtigung der Frau, in Gegenden, in denen Mädchen lieber schnell verheiratet als zur Schule geschickt werden, initiiert untersützt der LWB."

 

Was ist Deine Aufgabe bei der Vollversammlung?

"Ich bin Jugenddelegierte der Ev. Luth. Landeskirche Hannover. In der Woche vor der Vollversammlung, werde ich gemeinsam mit allen anderen Jugenddelegierten aus aller Welt an der Jugend-Vor-Vollversammlung teilnehemen. Für diese Jugend-Vor-Vollversammlung habe ich in einem internationalen Team einen Workshop zu Interkulturellen Dialog vorbereitet. Er wird gleich zu beginn stattfinden und ich bin sehr gespannt auf die Umsetzung! Inhaltlich werden wir an der Youthmessage mitarbeiten, die ebenfalls dort erarbeitet wird. (Jede Mitgliedskirche muss sowohl eine Geschlechter- als auch eine Altersquote erfüllen, wobei zwischen Mann und Frau und u28 und ü27 unterschieden wird.) Auf der Vollversammlung selbst wählen wir den Rat des LWB neu und diskutieren neue Arbeitsschwerpunkte für die kommenden 6 oder 7 Jahre bis zur nächsten Vollversammlung.
Sehr unsicher bin ich mir darüber, ob mir als Deutsche vor dem historischen Hintergrund Namibias eine gesonderte Aufgabe zukommt. Eines werde ich auf jeden Fall tun. Hinhören."

 

Mit welchen Fragen gehst Du zu der Veranstaltung? Welche Themen sind Dir wichtig?

"Im Vorfeld haben sich die deutschen Jugenddelegierten mit ein paar Themen auseinandergesetzt. Wir haben zum Beispiel genauer hingeschaut, wie sich die Ev. Luth. Kirchen in Deutschland zu Rechtspopulismus verhalten (oder auch nicht verhalten). Darüber wollen wir mit Vertretern aus anderen Weltregionen ins Gespräch kommen und deren Perspektive kennenlernen. Ein klar anti-rechtpopulistisches Meinungsbild, wie es in unserer Gruppe zu finden war, ist gar nicht so selbstversändlich und noch komplexer sind die Beweggründe für die eine oder andere Meinung. Vielleicht finden wir so Ansätze, wie unsere Heimatkirchen besser auf sloche Themen eingehen können.
Aber natürlich möchte ich auch ganz viel über das Land kennenlernen - so gut es neben dem vollen Programm eben geht. Ich bin auch sehr gespannt auf die Gottesdienste, die wir besuchen werden und von denen ich bereiets gehört habe, dass sie eher 3 oder 4 Stunden dauern statt 1 Stunde wie aus der Heimat gewohnt."

 

Das Motto der Vollversammlung ist „Liberated by God‘s grace“. Was heißt das für die kirchliche Jugendarbeit? Brauchen wir eine „Befreiung durch Gottes Gnade“?

"Jeder und jede einzelne ist schon befreit durch Gottes Gnade! Das war ja der große Wurf der Reformation und ist der Grund, warum ich sehr gerne Lutheranerin bin!  Gottes Liebe zu uns hängt nicht davon ab, wie viel wir uns in der krichlichen Jugendarbeit oder anderswo einbringen. Vielleicht müssen wir uns allerdings tatsächlich immer mal wieder daran erinnern, warum wir uns engagieren. Wir sind von all den Zwängen befreit, irgendwelche Leistungen zu erbringen, um unseren Wert zu steigern. Alles, was wir tun, können wir freiwillig tun und aus Liebe zu Gott, unseren Mitmenschen und uns Selbst."