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Nachhaltigkeit auf dem Landesjugendcamp

Wir wissen, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit in den Angeboten vieler Gemeinden, Kirchenkreisen, Sprengeln und in den Verbänden eigener Prägung längst fest verankert sind. Das Lajucamp ist auch deswegen in der Vergangenheit immer grüner geworden!

Die Camp-Vorbereitungsgruppen machen bisher also schon einen super Job! Aber manch­mal sind es Kleinigkeiten, die übersehen werden oder es braucht eine Frage, um auf neue Ideen zu kommen. Dieser Leitfaden will anhand des Camps Kleinigkeiten auf­zeigen und Fragen stellen, die auch in anderen Bereichen die Jugendarbeit nach­haltiger machen können.

Wir ermutigen alle Gruppen

  1. Seid mutig, alte Traditionen auch mal zu beenden und neue zu starten!
  2. Stellt euch der Verantwortung für eine nachhaltige und lebenswerte Welt für alle!
  3. Seid kreativ, offen und habt Spaß!

 

Generell: Tu Gutes und Sprich darüber!

Ihr legt Wert auf öko-faire Produkte in eurem Bistro? Ihr habt euch schweren Herzens von liebgewonnen, aber ökologisch schlechten Traditionen getrennt und wagt nach­haltige Innovationen? Behaltet das nicht für euch. Sprecht darüber und regt so vielleicht auch andere an, eurem Beispiel zu folgen.

Einkauf: Besser mit Liste 

Gerade in den letzten Stunden wird es oft hektisch und Dinge werden noch „eben schnell“ besorgt. Behaltet einen klaren Kopf und legt Einkaufslisten an, denkt dabei schon darüber nach, in welchen Läden ihr die Produkte kaufen wollt. Ihr organisiert euch sicherlich in Kleingruppen, die manchmal dieselben Dinge benötigen. Nachhaltiger als viele kleine Packungen sind Großpackungen. So fällt weniger Verpackungsmüll an. Damit das klappt, ist es wichtig, dass die einzelnen Einkaufslisten miteinander abgeglichen werden. Dann müsst ihr nur noch organisieren, wie und wo jede Gruppe an ihr benötigtes Material gelangt.

Teilnehmende

Stellt ihr den Teilnehmenden eine Packliste zur Verfügung? Darüber könnt ihr sie infor­mie­ren, wie sie auf dem Camp nachhaltige Konsumenten*innen sein können. Wieder­befüllbare Wasserflaschen, Mehrweg Essgeschirr und Brotboxen mitzubringen sind dafür wichtige Details.

Kommt für euch eine alternative Anreise ohne Reisebus in Frage? Der Sachsenhain ist auch mit dem Fahrrad oder dem Zug für die Teilnehmenden gut erreichbar.

Zeltgestaltung

Natürlich soll das eigene Zelt toll aussehen und ein Motto schön in Szene gesetzt werden! Aber dafür werden oft Einwegprodukte genutzt, die gar nicht nötig sind. Kabelbinder gibt es auch in Wiederverwendbar oder sie können manchmal durch Bindfäden ersetzt werden.

Auch bei anderen Dekogegenständen lohnt es sich, ein zweites Leben mitzudenken, damit sie am Ende des Camps nicht in die Mülltonne wandern.

Bistro

Essen ist Genuss! Aber ein Bistro ist leider auch immer der Ort für besonders viel Müll. Auch können einzelne Produkte sehr schlechte Ökobilanzen haben. Deswegen lohnt es sich, hier besonders genau hinzuschauen. Es ergibt Sinn, sich gemeinsam auf Kriterien zu einigen: Sollen es saisonale, regionale, ökologische, zertifizierte oder verpackungsarme Produkte sein? Natürlich geht nicht immer alles, aber jeweils ein Kriterium pro Produkt ist schon ein Anfang. Und das gilt nicht nur für Nahrungsmittel. Auch bei Putzmitteln oder sonstigem Verbrauchs­material gibt es große Unterschiede.

  • Fleisch und Milchprodukte? Wir alle wissen: Tierische Produkte verschlingen ein Viel­faches an Ressourcen gegenüber pflanzlichen, sind aber auch lecker. Wie geht ihr mit dem Dilemma um?
  • Wisst ihr woher eure Zutaten stammen, wie viele Ressourcen zum Anbau und Transport notwendig sind oder habt ihr über regionale Alternativen nachgedacht?
  • Gibt es lokale Produkte oder Läden bei denen ihr nachhaltig einkaufen könnt?  
  • Wie viele zusätzliche Ressourcen wie Strom oder Gas sind nötig, damit eure Nahrungs­mittel hygienisch sicher gelagert und zubereitet werden können?
  • Was passiert mit nichtverkauften Resten am Schluss des Camps?
  • Mit dem Essen rausgegebene Einmalprodukte wie Servietten, Pappteller oder Holzspieße landen nach wenigen Minuten im Müll. Könnt ihr auf sie verzichten oder durch Mehr­wegprodukte ersetzen, die ihr mit einem Pfandsystem absichert?
  • Welche Reinigungsmittel und Lagerungsmaterialien bringt ihr mit? Schwämme oder Lappen kosten nicht viel und können schnell gereinigt werden. Alu- und Klarsichtfolien sind leicht und hygienisch, produzieren aber viel Müll, dabei gibt es tolle Alternativen. Teller oder wiederverwendbare Bienenwachstücher können z. B. ebenfalls hygienisch abdecken. 

Programmangebot

Zuerst sollte die Frage stehen: Was ist vorhanden? Und dann: Was wollen wir daraus ma­chen? Wenn ihr so herum fragt, geht z. B. Upcycling fast von allein. Auch beim Thema von Work­shops könnt ihr nachhaltige Akzente setzen. Klar, manchmal braucht man neue Sa­chen. Aber auch da könnt ihr diskutieren, ob ihr Dinge nicht auch durch tauschen, ge­braucht oder geliehen bekommt oder bei Neukauf auf nachhaltige Kriterien z. B. Gütesiegel setzt.

  • Was für verborgene Schätze liegen in den Lagern und Kellerräumen der Gemeinde, im Kirchenkreis und Sprengel? Wer hat die kreativste Idee, wie man das Gefundene benut­zen kann?
  • Wo benötigt ihr Plastik oder Verbundstoffe? Könnt ihr sie vermeiden oder ersetzen?
  • Basteln kann man viel, aber braucht man es auch wirklich? Prüft eure Idee auf ihre spä­tere Verwendung.

Evaluation: Hinterher ist man immer klüger!

Reflektiert ihr nach dem Camp miteinander wie alles gelaufen ist? Toll wäre es, wenn ihr dann auch gezielt über Nachhaltigkeit nachdenkt. So helft ihr dem nächsten Camp-Vor­bereitungsteam mit Wissenstransfer und andere können direkt da weitermachen, wo ihr aufge­hört habt. 

(Der Leitfaden wurde erstellt von der AG „Nachhaltigkeit Lajucamp 2020“)


Leitfaden für Nachhaltigkeit zum Download
application/pdf Leitfaden (122,2 kB)