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Sorglos

Wir und Corona

Thommy Weiss / pixelio.de

Sorglos…

…in diesen Zeiten? Nein, unmöglich, das geht nicht.
Täglich überstürzen sich die schlechten Nachrichten. Das Corona-Virus zwingt unsere Gesellschaft zur Vollbremsung. Wir wissen noch gar nicht, welche Folgen das nach sich ziehen wird. Wir stehen erst am Anfang eines Ausnahmezustands, der uns allen viel abverlangen wird.

Das treibt mich um. Mein Sorgenpaket ist unterschiedlich gepackt, von globalen bis hin zu ganz konkreten Sorgen. Sie lassen mich manchmal schlecht schlafen, aber sie lähmen mich nicht. Ich finde mehr und mehr zu einer Einstellung, die ich die christliche Grundhaltung nennen möchte. Sie weiß: das Entscheidende liegt nicht an uns, sondern an Gott. Eben das kann unserem Handeln Atem und Raum geben und ihm gleichzeitig eine gewaltige Last abnehmen. Wir müssen nicht tun, was wir nicht können.
Im 1. Petrusbrief ist das so formuliert:
Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch.
(1. Petrus 5,7).
Was für eine Entlastung! Das meint weder Schicksalsergebenheit noch Resignation.  Das ist eine Befreiung. Wir legen unsere Hände nicht in den Schoß. Es bleibt genug zu tun, und das muss auch getan werden.

Was wir jetzt brauchen, ist Zusammenhalt, nicht Unbekümmertheit, die die Lage nicht ernst nimmt. Was wir brauchen,  ist Gemeinschaft, nicht Egoismus, der panisch Regale leerkauft. Was wir brauchen, sind Ermutigungen, nicht Katastrophensucht, die sich in den „sozialen“ Medien mit Schaum vorm Mund verbreitet.

Wir haben einander nötig, auch wenn wir uns gerade nicht treffen können.  Wir müssen neue Formen von Gemeinschaft erfinden,  die uns verbinden. Es gibt viele Möglichkeiten. Lassen wir unserer Phantasie freien Lauf.

Vielleicht tun wir das in einer  Haltung, wie sie Simone Weil einmal beschrieben hat:
Warum also sollte ich mir Sorgen machen?
Es ist nicht meine Angelegenheit, an mich zu denken.
Meine Angelegenheit ist es, an Gott zu denken.
Es ist Gottes Sache, an mich zu denken.

Wolfgang Blaffert

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