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Rede an die Erwachsenen

...wie sie gehalten werden könnte an einem Freitag

Was ist mit Euch geschehen? Warum sind Euch die Träume abhandengekommen? Wann habt Ihr sie weggeworfen? Und wann habt Ihr Euch selbst verloren?

Als Ihr in unserem Alter wart, da wolltet Ihr doch auch eine andere Welt. Ihr hattet Visionen einer besseren Gesellschaft. Und dann?

Eure Werte lassen sich beziffern nach Dow Jones und Dax. Immer muss es noch mehr sein. Ihr setzt unbeirrt auf Wachstum. Mehr fällt Euch nicht ein. Aber ständiges Wachstum ist eine Krankheit. Man nennt sie Krebs. Ihr habt die Erde krank gemacht und seid dabei, uns die Zukunft zu nehmen.

Eure Feigheit nennt Ihr Realpolitik.
Eure Menschenverachtung deklariert Ihr als Verantwortungsbewusstsein.
Eure Droge heißt Geld.
Eure Angst betäubt Ihr mit Dingen, Wellness, Fitnessprogrammen und Foodporn.
Ihr erklärt Shoppen zum größten Glück.
Ihr haltet Eure Leere für Offenheit.
Ihr nennt Euer Gefängnis Freiheit.
Ihr seid zu bequem, etwas zu ändern. Eure Unentschlossenheit ist ein Verbrechen an uns.
Wir klagen Euch nicht an dafür. Wir haben einfach genug!
Hört Ihr? Wir haben genug!

Wir machen nicht länger mit! Wir halten den Zug an und steigen aus.

Wir lieben Euch, weil Ihr unsere Eltern, Großeltern seid. Aber wir folgen Euch nicht mehr.
Ihr habt die falsche Richtung eingeschlagen. Wir wählen von nun an einen anderen Weg. Regt Euch ruhig auf, wenn wir freitags die Schule schwänzen. Entrüstet Euch, dass wir Euren Beschwichtigungen nicht länger trauen. Es ist uns egal! Was können wir von Euch schon lernen? Doch nur, wie man es nicht machen soll. Lernt lieber von uns!

Wir fahren nicht länger mit in Eurem Konsumkarussell: noch schneller, noch bunter, noch lauter! Wir wollen uns nicht mehr im Kreis drehen. Wir brauchen einen klaren Kopf.

Wir sind Lebenssucherinnen, Wahrheitsforscher, keine Warenhauszombies. Ihr könnt uns nichts vormachen. Nicht mehr! Wir alle sind begabte Menschen (auch Ihr wart das einmal. Erinnert Euch!). Wir haben Fähigkeiten, die wir einsetzen können – nicht nur für uns, sondern zum Nutzen aller. Wir haben sie geschenkt bekommen ohne Vorleistung, ohne Pflichtprogramm, einfach so. Wir wollen sie nicht zu Geld machen, sondern zu Freundschaft, zu Mitgefühl, Wahrhaftigkeit, zu Lachen und Liebe, zu einer Gesellschaft, die zusammenhält statt auszugrenzen. Wir sind ein Regenbogen an Talenten. Ein Regenbogen kennt keine Hierarchie. Jede Fähigkeit zählt. Wir arbeiten zusammen, wir sind füreinander da.
So wie Gott für uns da ist. Er hat jede und jeden zu etwas Einzigartigem gemacht. Er hat uns mit Gaben bedacht. Das ist der Schatz, den wir hüten. Wir sind Beschenkte. Daran werden wir uns immer erinnern. Ob mit oder ohne Euch, wir werden die Welt zum Leuchten bringen, jeden Tag ein bisschen mehr. Versprochen!

Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!
(1.Petr 4,10)

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