Schriftgröße:   Normal Groß Größer

Sie wollen ein Teil der Gemeinde sein

Jugendliche aus dem Kirchenkreis Norden formulieren ihre Forderungen

Friederike (17) aus Berumbur befestigt die Forderungen der Evangelischen Jugend an der Kirche Sankt Ansgari in Hage. Bilder: Lara Wunder

Sie wollen gefragt werden, mitgestalten und ein selbstverständlicher Teil der Gemeinschaft sein. Und sie wollen mit anderen in Dialog treten. Die Jugendlichen aus dem Kirchenkreis Norden sind der Meinung, dass in ihren Gemeinden nicht alles glatt läuft. „Viele Jugendliche wollen nach der Konfirmation nichts mehr von Kirche hören. Das wollen wir ändern“, stellt Wiebke Zimmermann aus Hage fest. Die 18jährige gehört zum Kirchenkreisjugendkonvent Norden. Zusammen mit ihren Mitstreitern arbeitete sie ein halbes Jahr lang an den Wünschen der Evangelischen Jugend. Sie wollten herausfinden, woher die allgemeine Unzufriedenheit kommt und was sich ändern könnte. Ein Blatt mit 55 Forderungen ist das Ergebnis. Und das haben die Jugendlichen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion im Kirchenkreis bekannt gemacht. Am Vorabend des Reformationstages haben die Jugendlichen das Thesenpapier an die Kirchentüren im Kirchenkreis geschlagen, damit die Gottesdienstbesucher sie dort lesen können.

files/news/ejh/2017/newsletter-material/kreisjugendkonvent.jpgWas auf den ersten Blick wie ein spontaner Wunschzettel wirkt, ist in Wirklichkeit das Ergebnis eines durchdachten Prozesses. Die Mitglieder des Kreisjugendkonvents haben sich intensiv mit verschiedenen Bereichen des Gemeindelebens auseinandergesetzt: Kommunikation, Abendmahl, Predigten, Ökologie und technische Ausstattung sind einige davon. „Eine alltagstaugliche Predigt“, steht auf dem Thesenpapier, „Mehr gemeinschaftliches Essen mit Jung und Alt“ und „Beamer statt Liederbücher“. „Es herrscht eine große Unzufriedenheit, vor allem im Bereich Konfirmandenunterricht und Gottesdienste im Allgemeinen“, berichtet Wiebke Zimmermann. Dabei wünschen die Jugendlichen sich nicht nur reine Jugendgottesdienste. Vielmehr sollen junge Menschen verstärkt in die Gestaltung einbezogen werden. Der Gottesdienst soll so sein, dass sich verschiedene Generationen darin begegnen können. „Hier macht sich eine Sehnsucht nach Gemeinschaft bemerkbar“, stellt Kirchenkreisjugendwart Markus Steuer fest. „Viele Thesen zeigen, dass unsere Jugendlichen stärker ins Gemeindeleben integriert sein wollen. Sie wollen mit ihrer Lebenswelt im Gemeindealltag vorkommen.“ Außerdem seien die jungen Menschen bereit, dafür auch etwas zu tun. Die Jugendlichen wollen aktiv einbezogen werden, in die Gestaltung von Gottesdiensten und Konfirmandenarbeit ebenso wie in Entscheidungsprozesse. Dazu gehöre auch ein Stimmrecht in Gremien wie dem Kirchenkreistag oder in der Mitarbeiterbesprechung.

files/news/ejh/2017/newsletter-material/lea-marie-janssen.jpgDer Diakon begrüßt die Aktion der Jugendlichen. Er findet es gut, dass sie keine leeren Forderungen stellen, sondern sich inhaltlich mit der Kirche und ihren Angeboten auseinandersetzen. Auch von Seiten des Kirchenkreises ist die Bereitschaft zum Dialog da. „Der Superintendent Dr. Helmut Kirschstein hat bereits signalisiert, dass er mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen möchte“, bestätigt Steuer. Das ist auch ein Anliegen von Wiebke Zimmermann: „Wir wünschen uns, dass ein Dialog stattfindet und sich auch etwas ändert. Unsere Thesen sollen nicht einfach weggeschmissen werden.“

 

Hier geht es zu den Thesen der Evangelischen Jugend Norden.

Merken

Merken

Merken

Merken

Zurück