Wo immer du bist, kannst du nicht bleiben. Du musst weiter, immer weiter, vorwärtsgetrieben von den Rädern der Zeit. Menschen begegnen dir, begleiten dich, manchmal länger, manchmal kürzer. Du gehst mit anderen Menschen mit, ehe eure Wege sich wieder trennen. Du lernst vieles kennen und erfährst noch mehr: Trauer, Glück, Liebe, Zweifel, vielleicht auch Glaube.
Du kannst in den Spiegel schauen und zusehen, wie du dich veränderst. Du legst Überzeugungen ab wie zu eng gewordene Kleidung. Du gewinnst tiefere Einsichten. Du lernst dazu, vergisst, verwirfst, fängst neu an zu suchen. Und selbst wenn du den Ort nie verlässt, an dem du geboren bist, bist du unterwegs, immer!
Denn das Leben ist eine Reise, die niemand aufhalten kann. Wohin die Fahrt geht, liegt nicht nur an dir. Du kannst eine Menge entscheiden, aber nicht alles. Manchmal reist du einfach nur mit. Manchmal verschlägt es dich irgendwohin, wohin du eigentlich gar nicht wolltest. Das Ziel deiner Fahrt kannst du nicht bestimmen.
Und wenn es soweit ist eines Tages: hast du dann genug? Ist dein Hunger gestillt, der Durst gelöscht? Oder sehnst du dich noch immer nach mehr? Das Ende der Reise ist vielleicht gar nicht das Ende, sondern nur eine Zwischenstation. Wer weiß…
Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.
(Hebräer 13, 14)
Wolfgang Blaffert