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Neuanfang, furchtlos!
(www.pixelio.de / Rainer Sturm)


Neuanfänge haben ihren eigenen Zauber. Wir erleben sie als eine Befreiung. Mit einemmal ist wieder alles möglich.Was eben noch festgefahren und unabänderlich schien, das kommt in Bewegung und gibt die Aussicht frei auf eine hellere Zukunft.
Vielen geht es so, wenn sie in der Silvesternacht das alte Jahr verabschieden und das neue begrüßen.
Das ist die Zeit der großen Vorsätze, der überschäumenden Freude, der geräuschvollen Hoffnung. Eine kurze Nacht lang sehnen sich Unzählige ein anderes Leben herbei; eine kurze Nacht lang erleben sie, wie die Zukunft ihnen offensteht und alles (mit ihnen) geschehen kann.
Ein neues Jahr, das ist wie eine Staffelei vor dem ersten Pinselstrich, oder wie eine unberührte Landschaft; es ist pure Zukunft, reines Morgen, nicht befleckt von unseren Fehlern und Nachlässigkeiten – alles scheint möglich.
Aber kann der bloße Wechsel einer Jahreszahl uns zu neuen Menschen werden lassen?  Wir kommen ja nicht ohne Gepäck an im noch jungen Jahr.
Wir haben das alte Jahr durchwandert und nehmen mit, was wir erlebt, erlitten oder unterlassen haben. Wir können einen Moment lang still dastehen und uns fragen, ob wir dahin gekommen sind, wohin wir gewollt haben?
Jede und jeder von uns muss selbst Bilanz ziehen und wird eigene Antworten auf diese Fragen finden.
Wie immer unsere persönliche Bilanz ausfallen mag, was immer wir in den zurückliegenden  12 Monaten getan oder nicht getan haben - es ist zu einem Teil unseres Lebens geworden; es gehört nun dazu und ist ein Kapitel unserer Geschichte. Und nun werden wir ihm ein weiteres Kapitel hinzufügen. Aber wie in jedem guten Roman wird das neue Kapitel sich aus dem entwickeln, was bereits geschehen ist. Den Tag Null gibt es nur bei unserer Geburt. Von da ab gibt es kein Zurück mehr.
Soll uns das Angst machen?
Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich. (Johannes 14, 1)
Das ist die Jahreslosung für 2010.
Wir sollten sie mitnehmen auf unserem Weg durch dieses Jahr. Es gibt viele Arten von Furcht: die Furcht vor Verlust, Versagen, Krankheit;  die Furcht vor der Meinung anderer; davor, den richtigen Weg nicht zu finden; davor, die eigene Zukunft zu verspielen. Es gibt reale Ängste und solche, die anderen unbegreiflich sind. Aber jede Furcht, jede Angst ist eine Fessel, die uns Möglichkeiten nimmt, die uns einschnürt, unfrei macht und damit den weiten Raum unserer Zukunft einengt.
Glaube ist Furchtlosigkeit – nicht aus Tapferkeit, sondern aus Vertrauen. Gott hat ein Interesse an uns; wir sind ihm nicht gleichgültig; wir sind es ihm wert, dass er mit uns mitgeht, wohin auch immer.   
Was uns in diesem Jahr dabei alles begegnen wird, kann niemand wissen. Ob wir unserem Leben in diesem Jahr ein besonderes Kapitel hinzufügen werden oder eines, das weniger aufregend ist, das ist noch völlig offen.
Doch was immer auch geschehen mag, mit uns und durch uns, ich wünsche uns allen, dass wir die Zukunft nicht aus dem Blick verlieren; dass wir schärfer hinsehen; dass wir nicht leichtsinniger werden, aber leichtfüßiger; dass wir vertrauen und uns nicht fürchten.
Wolfgang Blaffert

 

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