Lieben – nie sind wir lebendiger!
Lieben macht glücklich, macht süchtig, macht krank. Lieben macht betrunken, federleicht, sonnenhell und verrückt. Lieben macht mutig und einfallsreich. Die Welt gerät aus den Fugen. Alles scheint möglich, wenn wir lieben! Wir gehen auf Wolken und laufen über Wasser. Unser Herz schlägt Purzelbäume. Wir könnten den Himmel umarmen. Alles, was uns begegnet, lächelt uns zu. Lieben und leben werden eins. Und dafür braucht es nicht mehr als einen Menschen, der uns verzaubert. In ihm wird das Wunderbare greifbar. Wir können uns nicht mehr vorstellen, wie es wäre, ohne diese Person zu sein.
Aber damit balancieren wir auf einer Rasierklinge. Was ist, wenn unser Lieben nicht erwidert wird? Was ist, wenn unsere Sehnsucht ins Leere läuft?
Nicht jede Liebe ist so. Es gibt viele Arten. Wir lieben unsere Eltern, unsere Geschwister. Wir hängen an unseren besten Freundinnen und Freunden.
Und dann gibt es noch ein Lieben, das gar nichts für sich will; das einfach nur Ja sagt zu einem anderen Menschen und nichts von ihm fordert. Solche Liebe kennt keine Angst. Sie macht uns frei.
3 Und wenn ich all meinen Besitz verteile und den Tod in den Flammen auf mich nehme, aber ich habe keine Liebe - dann nützt es mir nichts. 4 Die Liebe ist geduldig und gütig. Die Liebe eifert nicht für den eigenen Standpunkt, sie prahlt nicht und spielt sich nicht auf. 5 Die Liebe nimmt sich keine Freiheiten heraus, sie sucht nicht den eigenen Vorteil. Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen und trägt das Böse nicht nach. 6 Sie ist nicht schadenfroh, wenn anderen Unrecht geschieht, sondern freut sich mit, wenn jemand das Rechte tut. 7 Die Liebe gibt nie jemand auf, in jeder Lage vertraut und hofft sie für andere; alles erträgt sie mit großer Geduld. 8 Niemals wird die Liebe vergehen. (1. Korinther 13, 3-6) Wolfgang Blaffert