EJH
Evangelische JugendArbeitsfelderZielgruppenPublikationen und Materialien bestellenDownloads
Evangelische Jugend
SpiritualitätFortbildungJugendpolitikFachliche BeratungGrundlagenInternationale BegegnungenÖkumeneGewalt überwindenMehr Arbeitsfelder
Geschlechtsbewusste Arbeit
Kulturarbeit
Kulturarbeit
Ein Feuerwerk der Phantasie – Kulturarbeit in der Landesjugendkammer

Kulturarbeit und Jugend, passt das zusammen? „Kultur“, das klingt nach Frack und langem Kleid, nach Opernball und steifen Regeln. Es geht aber auch anders. Auf der letzten Sitzung der Landesjugendkammer wurden Delegierte und Gäste von der Projektgruppe Kulturarbeit in Schwung gebracht. Es wurde gelacht und gearbeitet, es wurde geprobt, aufgeführt und applaudiert, bis die Handflächen schmerzten.  
Fünf  Workshops luden ein, sich auf verschiedenen kulturellen Feldern zu erproben.

Bei Andreas Overdick konnte man erleben, was Spaßsingen bedeutet. Auf ganz einfache Weise wurde dort mehrstimmiger Gesang einstudiert mit durchschlagender Wirkung. In die spätere Vorführung wurde das Plenum gleich mit einbezogen und unterstützte die Sängerinnen und Sänger aus voller Kehle.
Gabi Gust ließ 60 Minuten lang in den Theatersport hineinschnuppern, eine spannende Form von Improvisationstheater. Bei der Aufführung trafen sich eine Ironwoman-Athletin und eine Handtaschendiebin im Watt, eine interessante Konstellation, die das Publikum zu Schmunzel- und Lachattacken verleitete.
Joachim Bruns führte in die Technik der Bodypercussion ein und verlangte den Teilnehmenden sogleich äußerst schwierige Übungen ab, bis hin zum gesprungenen Schuhplattler. Aber auch der „Mütze-Glatze-Rhythmus“, bei dem abwechselnd geschnipst und geklatscht werden musste, stellte für manche schon eine Herausforderung dar. Im Nu war die Stunde voller Bewegung, Gelächter und Sound vorüber. Die öffentliche Body-Percussion funktionierte beinahe einwandfrei und wurde entsprechend wohlwollend mit Beifall belohnt.

»Manege frei…!« verkündete Dietrich Waltemate und präsentierte ein Stück Theaterarbeit. Dort konnte man das Jonglieren und andere Kunststücke lernen. Conni Dassler und Frau Rohmeier bewiesen den Anwesenden, wie leicht es ist, Fledermäuse zu dressieren und um den eigenen Kopf kreisen zu lassen. Wirklich beeindruckend – und sehr komisch!

Manche Leute haben eine Marotte. Dass man Marotten auch bauen kann und mit ihnen spielen, dafür stand Ed Gatzke. Den Teilnehmenden gelangen sehr schöne Figuren, und auch das Kurzstück für alle enthüllte verborgene Talente.
Man sah den Gesichtern an, wie viel Spaß alle in ihren Workshops gehabt hatten. Der eigentliche Höhepunkt sollte aber erst noch kommen. Zum Abschluss gab es eine Aufführung der HamBerlino Puppenspiele, die seit 50 Jahren bestehen und von Arthur Gräber gegründet wurden. Gräber hatte in Hamburg und Berlin gelebt, war tief von den Erlebnissen des 2. Weltkriegs gezeichnet und bemühte sich in seinen Stücken um eine neue Humanität.
Vor 3 Jahren wurden die Puppenspiele von einer Gruppe um Dietrich Waltemathe übernommen und in neuer Besetzung fortgeführt. Damit wurde ein Wunsch aus dem Vermächtnis Gräbers erfüllt. Neben typischem Repertoire führt die Gruppe inzwischen auch Werke aus der griechischen Tragödie auf. An dem Abend aber stand ein Stück auf dem Programm, das aufs Zwerchfell zielte, »Fusselige Hunde küsst man nicht«.

Auf traten eine feministisch angehauchte Prinzessin mit „Frpachfehler“, die unbedingt Fußball spielen wollte, ein prinzcharlesmäßig dödeliger König, der davon nichts hielt, eine gewalttätige Hexe und ihr pisablöder Zauberlehrling, die unbedingt die Prinzessin verhexen wollten, ein Postbote mit leichten Alzheimeranfällen, zwei Posträuber, ein Polizist, zwei Blumen, ein Paar auf der Durchreise, ein sprechender Hund, der geküsst werden wollte, ein Großmütterchen und natürlich der Kasper, der alles richten musste vor einem Publikum, das sich nach anfänglichem Zögern in eine Horde von Kindern zurückverwandelte und das Geschehen mit Zwischenrufen, Pfeifen und Lachen begleitete.
Insgesamt ein toller Abend, der ein Feuerwerk der Phantasie abbrannte, das alle begeisterte. Wer nicht dabei gewesen ist, hat viel verpasst.

 

Kultur bringt Farbe ins Leben

Kulturarbeit hat ihren festen Platz in der Evangelischen Jugend. Einerseits. Manchmal fällt das richtig auf: bei den vielen Bands auf dem Landesjugendcamp, bei Spielszenen oder neuen Liedern im Gottesdienst, bei
Events und beim Feiern -- aktiv gestaltend oder passiv genießend.
Nicht nur deswegen kann auf Jugendkulturarbeit nicht verzichtet werden:

Hier

  • können sich Jugendliche mit

  • ihren unterschiedlichen Kenntnissen und Begabungen
    vielfältig beteiligen,

  • können ihre Sinne und ihr Urteilsvermögen
    schärfen, Kritikfähigkeit lernen.

 

Und das alles macht auch noch Spaß und verschafft Öffentlichkeit, für die Beteiligten und damit auch für die Evangelische Jugend.

Andererseits fehlt es an Seminarangeboten, soweit sie so speziell sind, dass sie im Kirchenkreis nicht angeboten werden können, und es gibt kaum fachliche
Austauschmöglichkeiten.

Das muss sich ändern!

Die Projektgruppe »Kulturarbeit« bemüht sich um Vernetzung aller dort Aktiven, um eine stärkere Anbindung an die Landesjugendkammer, um Auftrittsmöglichkeiten und um Fortbildungsangebote. 

 

In der Projektgruppe arbeiten z. Zt. mit:

  • Joachim Bruns, Nienburg, Musikpädagogik, Rhythmusspezialist

  • Marc Flesch, Musiker, AG Musik

  • Dietrich Waltemate, Hildesheim, Spielpädagogik, Zirkusspezialist

  • Harald Barthel, Theatertreffenteam

  • Wolfgang Blaffert, Landesjugendpfarramt

 

Die Gruppe freut sich über Tipps und Anregungen und jeden Hinweis auf  Leben im Kulturdschungel.

 

Wolfgang Blaffert, Landesjugendpfarramt

Schriftgröße:SmallMediumLarge
RSS-Feed|Blog|Hilfe/FAQ|Sitemap|AGB und Datenschutz|Impressum|Druckversion|Weiterempfehlen