Eine andere Perspektive
Noch ist nicht Ostern, aber mit dem letzten Bild des diesjährigen Jugendkreuzwegs, können wir schon einmal den Ausblick wagen.
„Was bedeutet mir das Kreuz?“ – So lautet die letzte Frage in der Interview-Predigt zwischen Jugendlichen, Bischöfin Käßmann und Bischof Trelle aus Anlass des Jubiläums, das der Ökumenische Kreuzweg der Jugend in diesem Jahr in Hannover feiern konnte.
„Das Kreuz ist für mich … ein Zeichen der Verbindung zwischen Himmel und Erde, Gott und dieser Welt einerseits und andererseits ein Zeichen der Verbundenheit von Gott mit uns Menschen und der Christenheit untereinander.“
Diese beiden Aspekte aus den Antworten von Bischöfin und Bischof mögen nicht nur die fragenden Jugendlichen dazu bewegen, nach dem Gottesdienst in der Jugendkirche Hannover das Kreuz – in welcher Form auch immer – mit neuem Bewusstsein zu tragen.
Unmenschlichkeit und Erlösung finden sich für mich im Kreuz als Symbol wieder. Es ist nicht nur ein Symbol des Todes, sondern steht für mehr. Das zeigt das letzte Bild des diesjährigen Jugendkreuzwegs mit der ungewöhnlichen Perspektive. Es sieht auf den Gekreuzigten aber nicht aus der ohnmächtigen Perspektive unter dem Kreuz, sondern von oben. Es ist ein Blick über das Erbärmliche, das Unmenschliche, das Ohnmächtige im Leben hinaus. Es nimmt Ausblick auf die Auferstehung.
Auf diesen Blick über das Unmenschliche hinaus kommt es an!
Unmenschlichkeit gibt es immer noch zuviel. Wir brauchen die kritische Botschaft von Kreuz und Auferstehung, um dieser Unmenschlichkeit etwas entgegensetzen zu können.
Unser Glaube und seine Symbole und Rituale haben Kraft!
Ich hoffe, dass ihr das in all dem, was ihr tut und erlebt, in den nächsten Wochen erfahren dürft.
Cornelia Dassler, Landesjugendpastorin