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Es geht um was!

Die Ordnung für die Evangelische Jugend mit Leben füllen

Anträge und Beschlüsse
Anträge AK AIDS
  1. Prüfauftrag: Die Landesjugendkammer tritt dem Aktionsbündnis bis zu seinem derzeitigen Ende im Dezember 2009 bei.
    Bei 6 Enthaltungen angenommen

  2. Die Landesjugendkammer stellt die Materialienliste zur Arbeit am Thema HIV/Aids des Arbeitskreises anzunehmen und ehren- wie auch beruflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Jugendarbeit für ihre Arbeit zur Verfügung.
    Bei 5 Enthaltungen angenommen

  3. Bei einem Beitritt der Landesjugendkammer zum Aktionsbündnis gegen Aids bittet der AK Aids die Landesjugendkammer darum, dass der Arbeitskreis für die restliche Kammerperiode im Amt bleibt.
    Bei 3 Enthaltungen angenommen

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Haushalts- und Finanzausschuss (HuFa)
  1. Förderungsmöglichkeiten für Angebote an der Schnittstelle von Arbeit mit Kindern/Jugendlichen und Konfirmandenarbeit
    Die Kammer beauftragt den Vorstand der Landesjugendkammer, diese Initiative voran zu treiben und entsprechende Arbeitsaufträge an den HuFa z. B. zur Erarbeitung von Antrags- und Vergaberichtlinien zu erteilen.
    Bei 2 Enthaltungen angenommen

  2. Vergünstigungen für Inhaberinnen und Inhaber der Jugendleitercard aus Mitteln der Jugendkollekte
    Zukünftig werden Bildungsmaßnahmen aus Mitteln der Jugendkollekte für JuleicainhaberInnen (Vergünstigungen) nicht mehr gefördert.
    Es wird geprüft, wie bei Freizeitmaßnahmen verdeutlicht werden kann, dass die Mittel auch tatsächlich den Jugendleiterinnen direkt und nicht – als quasi verdeckte Zusatzförderung – der Maßnahmen zukommen.
    Bei 4 Gegenstimmen, 6 Enthaltungen angenommen

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Jahresbericht der Landesjugendpastorin

Die Landesjugendkammer leitet den Jahresbericht der Landesjugendpastorin vom 28. Juni 2008 weiter

  1. an die Landesfachkonferenz im November zur Kenntnis
  2. dem Jugendausschuss der Landessynode als Material für die Arbeit

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Nachhaltigkeit

Die Landesjugendkammer beauftragt das Landesjugendpfarramt, in geeigneter Form für eine Dokumentation der auf dem Landesjugendcamp durchgeführten Aktionen und Workshops zum Thema Klimawandel zu sorgen und diese zur Verfügung zu stellen.

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Nächstes Landesjugendcamp

Die Landesjugendkammer setzt für ein mögliches Landesjugendcamp 2010 als Termin den 4. – 6. Juni als geeignet und einzig möglich fest.

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Flyer zu Schulvorständen

Es wird eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung von ehrenamtlichen Jugendlichen gebildet, die in Zusammenarbeit mit dem Landesjugendpfarramt und dem zuständigen Dezernat im Landeskirchenamt einen Flyer entwirft, der innerhalb der Evangelischen Jugend über die mögliche Mitarbeit in Schulvorständen aufklärt und dafür wirbt. Die in der Sitzung der Landesjugendkammer aufgeworfenen Fragen zum Thema werden in der Arbeitsgruppe geklärt. Dem Vorstand ist das Ergebnis zu berichten.

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Es geht um was! –Die Ordnung für die Evangelische Jugend mit Leben füllen

Jahresbericht zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen 2007/2008

 

In dem Titel, den ich über meinen Bericht gestellt habe, versteckt sich die These, dass die 2004 eingeführte Ordnung für die Evangelische Jugend noch lebendiger ausgefüllt werden kann und m. E. auch sollte. Ich möchte gerne im Rahmen meines Berichts dazu einladen, diese Grundthese anhand von eigener Erfahrung und einigen Beispielen zu diskutieren.

Meine Grundidee dabei ist es nicht, Defizite zu beschreiben, und schon gar nicht, die Ordnung an sich zu diskutieren. Vielmehr möchte ich dazu einladen, die großen Chancen, die mit der Ordnung gegeben sind, sich aber in mancher Hinsicht eher darin verstecken, gemeinsam auszuloten. 

Die Ordnung ist so gut, dass sie erfunden werden müsste, wenn wir sie nicht hätten. Damit will ich nicht nachträglich den Prozess ihrer Entstehung kommentieren, sondern dazu einladen, sie in dieser Kammertagung noch einmal hervorzuholen und im Blick auf die anstehende Neukonstituierung der Landesjugendkammer im kommenden Winter auf das in ihr verankerte Grundverständnis von Evangelischer Jugend hin zu verstehen. Es gibt Bereiche in der kirchlichen Arbeit, wie etwa Freiwilligenmanagement und Ehrenamt, in denen ich die Tendenz beobachte, nach Regelungen zu suchen, die wir im Bereich der Jugendarbeit mit der Ordnung schon haben. Dabei geht es um Fragen des  Miteinanders  von Beruflichen  und Ehrenamtlichen und um Rechte und Pflichten auf beiden Seiten. Das ist für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Ordnung klar geregelt.

Theologisch betrachtet ist die Ordnung für mich ein geeignetes Instrument, um geglaubte Kirche im Sinne eines Priestertums aller Glaubenden und gelebte Kirche bezogen auf die Jugendarbeit in Balance zu bringen und, um das Kirche-Sein, die Bereitschaft zur Nachfolge junger Menschen ernst zu nehmen und in dieser Kirche nicht nur zu wünschen, sondern auch zu respektieren. Sie ordnet Rechte und Pflichten, schafft die notwendigen Freiräume und sorgt dafür, dass es zu einem geordneten Miteinander von kirchlichen Leitungspersonen und Aufsichtsgremien und der Vertretung der Jugendlichen kommt. Dabei will die Ordnung evangelische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen durch die Jugendverbandsarbeit ermöglichen und befördern.

Ich frage mich allerdings, ob sie so verstanden und umgesetzt wird. Diese Frage gilt uns selbst als Landesjugendkammer, sie gilt den Beruflichen in der Jugendarbeit und sie gilt den kirchlichen Aufsichtsgremien, die sich auf diese Ordnung verstanden haben, sie erlassen haben.

 

Zwischen Dachverband und eigener Verbandsstruktur

Evangelische Kinder- und Jugendarbeit soll durch die Jugendverbandsarbeit ermöglicht und befördert werden. Was heißt das? Wie verstehen wir Evangelische Jugend? Ich verstehe sie

  • einerseits offen und als Angebot für Selbstbestimmung, Partizipation auf der Basis von Freiwilligkeit an alle Formen der Jugendarbeit

  • andererseits mit dem Anspruch an alle, Jugendarbeit stark zu machen durch aktive Beteiligung am Jugendverband und seinen Gremien

Da kann man schon fragen: Sind in Sprengeln und Kirchenkreisen die jeweiligen Verbände eigener Prägung mit am Tisch? Beteiligen sie sich? Wie kann das überhaupt geleistet werden von Vertreterinnen und Vertretern, die in der Jugendarbeit einmal in einer Verbandsstruktur des VCP, EC, CVJM, der CPD oder acs zuhause sind und gleichzeitig noch die Strukturebenen der Evangelischen Jugend – in diesem Fall als Dachverband – mit ihrem berechtigten und auch gewünschten Anspruch zu sehen? 

Immer mal wieder begegnet mir die Kritik, dass Evangelische Jugend etwas exklusives sei, dass »andere« in der Jugendarbeit ausgrenzt, also Züge eines Verbandes eigener Prägung trägt. Nach meinem Verständnis der Ordnung kann es diese »anderen« gar nicht geben, es sei denn, sie ließen sich nicht auf diese Ordnung ein, die der Evangelischen Jugend vorgegeben ist und in deren Präambel ausdrücklich von »allen jungen Menschen« die Rede ist.

In der Ordnung wird die Jugendarbeit auf allen Ebenen der Landeskirche durchbuchstabiert:

  • §2 Jugendarbeit in der Kirchengemeinde

  • § 3 Jugendarbeit im Kirchenkreis

  • § 4  Jugendarbeit im Sprengel

  • § 5 ff die Landesebene: Landesjugendkammer

Dem folge ich in meinen Anmerkungen zur Situation.

 

Jugendarbeit in der Gemeinde

Es ist mir durchaus klar, dass derzeit und auch zukünftig nicht in jeder Gemeinde die Ordnung voll und ganz ausgeschöpft wird, es wird wohl eher in wenigen Gemeinden derzeit ihr Rahmen wirklich gelebt. Gleichwohl macht es mir Sorgen, dass diese landeskirchlich erlassene Ordnung nicht soweit bekannt ist, dass sie da, wo vor Ort Regelungsbedarf besteht, als hilfreich verstanden und eingesetzt wird.

Beispiel:  Ich hatte im letzten Jahr mit einer Gemeindepastorin zu tun, die vor Ort eine Jugendarbeit aufgebaut hat. Die Ebene des Kirchenkreises fehlte ihr für die Vernetzung ihrer Arbeit, da der Kirchenkreisjugenddienst eher brach lag. Aufgrund ihres aus stellenplanerischen Gründen notwendig werdenden Wechsels und des Wegfalls ihrer Pfarrstelle fürchtete sie um die Jugendarbeit, da noch dazu der verbleibende Kirchenvorstand den Jugendlichen selbst kritisch gegenüberstand. Sie rief im Landesjugendpfarramt an und bat um Rat, wie sie die aufgebaute Jugendarbeit und die engagierten Jugendlichen absichern könnte. Eine Diakonin oder ein Diakon mit einer entsprechenden Zuständigkeit schien nicht in Reichweite. Die Tatsache, dass es eine landeskirchliche Ordnung gibt, die in diesen Situationen hilfreich ist und Geltung beansprucht, war ihr so nicht bewusst. Das will ich hier gar nicht bewerten, sondern nur als ein Beispiel dafür anführen, wie die Situation vor Ort zum Teil  ist und woran m. E. deutlich wird, wie ich zu meiner Eingansthese gekommen bin.

Ganz offensichtlich ist die Grundlage der Ordnung sowenig Allgemeingut, dass es weder Beruflichen, noch andere Ehrenamtlichen, noch dem Kirchenvorstand und wohl auch nicht der Kirchenkreisleitung eingefallen war, den Sinn der Ordnung umzusetzen, nämlich mit ihrer Hilfe Jugendarbeit zu ermöglichen und die drohenden Konflikte zu regeln.

Jugendarbeit trägt es in sich, dass es zu Konflikten kommt bzgl. der Räume, der Finanzen, der Befugnisse und die Ordnung ist ein Instrument, um solche Konflikte regelbar zu halten, indem  Foren beschrieben werden, in denen sie besprochen werden können. In Anbetracht der landeskirchlichen Entwicklung hin zu größeren Gemeinden bzw. Gemeindekooperationen könnte die Ordnung für die Jugendarbeit in der Gemeinde eine Hilfe werden, unterschiedliche Ansätze und Profile gemeindlicher Arbeit mit Kindern und Jugendlichen miteinander in die Balance zu bringen. Das klang gestern Abend in er Ehrenamtlichen Runde schon an: Was ist, wenn ein Verband eigener Prägung und eine nicht in diesem Sinne verbandlich geprägte Gemeindejugend vor Ort existieren und konkurrieren?

 

Jugendarbeit im Kirchenkreis

Zukünftig scheint mir ein sehr deutliches Thema die Balance zwischen Kirchenkreis und Gemeinde zu werden. Beide Systeme verändern sich. Gemeinden müssen kooperieren, fusionieren, Kirchenkreise ebenfalls.

Wir haben seitens des Landesjugendpfarramts keinen Überblick über die abgegebenen Stellenpläne und Konzepte für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den Kirchenkreisen, hören aber von deutlichen Einsparungen. Ich rechne damit, dass wir zukünftig ganz unterschiedliche Ausgangslagen in den Kirchenkreisen dazu haben werden, welche Aufgaben künftig ein Kirchenkreisjugenddienst noch wahrnehmen kann und wird und welche Bedarfe an Unterstützung in Gemeinden und Regionen entstehen, die bei zu starker Verknappung der Personalressourcen einerseits und der teilweise immensen Vergrößerung der Bereiche andererseits weder auf Kirchenkreis – noch auf Sprengelebene abgedeckt werden können.

Wenn vorher ein ganzer Kreisjugendwart da war, der für Schulung, fachliche und verbandliche Vernetzung, Aufbauarbeit, Projekte, insbesondere an den Schnittstellen Schule und Konfirmandenarbeit und die Jugendpolitik zuständig war und dieser jetzt nur noch halb da ist, und mit halber Stelle in mehreren Gemeinden tätig sein wird, wo bleiben die Aufgaben, die bisher von ihm wahrgenommen wurden, wenn gleichzeitig sich die Zahl und die Stunden der für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zuständigen Beruflichen sich verringert?

Und noch ein Punkt auf der Ebene der Kirchenkreise: Die Kreisjugendpastorinnen und -pastoren. Wie alle Beauftragungen leiden sie darunter, dass sie zusätzlich zur genuinen Tätigkeit im KK unter den Pastorinnen und Pastoren verteilt werden. Die aktiven KJP, die GemeindepastorInnen sind, bringen sehr deutlich zum Ausdruck, dass sie die aus ihrer Sicht notwendige Fachlichkeit und das erforderliche Engagement nicht entwickeln können, wenn nicht über Kompensation nachgedacht wird – und sei es mit Sekretärinnenstunden, wie ich das jetzt in einem Fall erfreulicherweise gehört habe. Aber das ist ja schon die Frage für Fortgeschrittene. In etlichen KK ist kein/e KJP benannt. Hier sehe ich ein großes Defizit in der kirchlichen Landschaft der Jugendarbeit.

Die Frage nach den KreisjugendpastorInnen ist aber nicht nur eine Frage an die Leitungen der Kirchenkreise und die Pastorenschaft, sondern auch eine Frage danach, wie sich Kreisjugendwartinnen und –warte verstehen und was Ehrenamtliche sich wünschen und betreiben.

Auch an dieser Stelle, wie bei der Frage der Entwicklung zwischen KK und Gemeindejugendarbeit gilt: Jugendarbeit ist Beziehungsarbeit. Wie kann es gelingen, dass die Beziehungen, die Neuanfänge,  Aufbrüche aber auch Überbrückungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mitwachsen, da, wo sie bestehen und da, wo etwas abgebrochen ist und wo neu aufgebaut werden muss?

Ohne eine solide Struktur und tragfähige Konzepte mit den dafür erforderlichen Ressourcen auf qualifizierter hauptberuflicher Seite wird es schwierig werden, neue Arbeitsansätze strukturiert zu entwickeln, insbesondere an den Schnittstellen Konfirmandenarbeit und Schule. Projekte an der Schnittstelle zwischen KU und Jugendarbeit und Schule und Jugendarbeit gehen davon aus, dass es die dafür notwendige solide Jugendarbeit gibt und auch die braucht Ressourcen.

Für die Entwicklung in Kirchenkreisen gibt es aus jüngerer Zeit zu unserer Freude aber auch sehr positive Beispiele: In Bereichen, in denen vorher Jugendarbeit fast ein Hobby einiger weniger war, entstehen gut besuchte Konvente, wachsen neue Projekte, bekommt die Jugendarbeit wieder über den Tellerrand der eigenen Gruppe hinaus erkennbare Gesichter, können jugendliche Ehrenamtliche von den Stärken der landeskirchenweiten Vernetzung der Jugendarbeit profitieren.

Noch eine zarte Anfrage zum Thema Kinder- und Jugendarbeit im Kirchenkreis. In den Grundstandards ist ausdrücklich festgehalten, dass die Entwicklung der Konzepte auf der Grundlage der Ordnung und unter Berücksichtigung des von der Synode verabschiedeten Leitbilds geschehen solle. Ich finde es wichtig, dass diese Landesjugendkammer sich über ihre Wahrnehmung dazu verständigt, wie diese Vorgabe eingelöst worden ist in dem, wie in den KK gearbeitet wurde und wie sie das bewertet. Ein Votum meinerseits aus der landeskirchenweiten Sicht auf die Dinge dazu ist leider derzeit noch nicht möglich, da mir nur wenige beschlossene Konzepte vorliegen und das weitere Wissen dazu fehlt. Ich halte es aber für wichtig, dass wir uns dieses Wissen voneinander miteinander erarbeiten, da sonst der landeskirchlichen Ebene im Verband wie auch fachlich eine wichtige Grundlage fehlt.

 

Jugendarbeit im Sprengel

Zurück zu den Beziehungen, ohne welche die Strukturen nicht funktionieren können. Ein durchaus positives Beispiel zum Thema Beziehungen mitwachsen lassen oder neu aufbauen sind für mich die durch die Sprengelreform in der Landeskirche entstandenen Herausforderungen. Auch wenn es nicht nur Spaß gemacht hat, auch wenn es nicht immer einfach war und vielleicht ist: Im Großen und Ganzen hat diese Reform dem Beziehungsgeflecht weniger geschadet, als dabei geholfen, das zu tun, was mir in diesem Teil des Berichts weiterhin wichtig ist: nämlich die mit ihrer Struktur gegebenen Möglichkeiten der Jugendverbandsarbeit in der Landeskirche  neu in den Blick zu bekommen. Es gibt aber auch Reizthemen wie das Thema Sprengeljugendkollekte, wie sie im Sprengel Calenberg- Hoya üblich war und ein stabilisierender Faktor für die Arbeit, Geld das jetzt erst einmal in den KK fehlt, die früher dort zusammengearbeitet haben.

Habe ich mich über die fehlenden KJP beklagt, was soll ich da zum Thema Sprengeljugendpastoren sagen? Nur zart hinweisen möchte ich darauf, dass es für beide Beauftragungen ein Verfahren für die Berufung gibt, das selbst ganz »alten Hasen« fremd ist, wenn man darauf hinweist. Ich will hier nicht anregen, dass diese vorgesehenen Beauftragungen zur Debatte gestellt werden, ich möchte darauf hinweisen, dass die Ordnung Chancen enthält, die wir nicht ausloten.

Im Blick auf die Sprengel möchte ich noch drei Erfahrungen aus den letzten Jahren anfügen:  

  1. Im ersten Jahr nach meinem Dienstantritt habe ich ein Gespräch mit dem Bischofsrat führen können. Aus der Zusage, dass ich zu gegebener Zeit in die Ephorenkonferenzen der Sprengel eingeladen würde, ist bislang nichts geworden.
  2. Was sehr wohl in einigen Sprengeln klappt, ist, dass das Landesjugendpfarramt – wie in der Ordnung für die Fachaufsicht vorgesehen – an den Visitationen der Kirchenkreise zum Thema Jugendarbeit beteiligt wird. Das würde sich sicherlich verstärken, wenn Ehrenamtliche und Berufliche immer dann danach fragen, wenn eine Visitation angekündigt wird.
  3. Es hat durchaus Termine zwischen Jugendarbeit im Sprengel und Ephoren bzw. Lasups gegeben und auch Sprengelkirchentage, Sprengelkirchenvorstehertage … und das ist sehr gut so. Aber auch von Seiten der beteiligten Beruflichen oder Ehrenamtlichen aus der Jugendarbeit hat es eine Einbeziehung des Landesjugendpfarramts in diese Kontakte zwischen Jugendarbeit und Leitung im Sprengel selten gegeben.

Mir wäre manchmal wohler, wir würden an diesen Stellen selbstverständlicher den inneren Zusammenhalt zwischen den unterschiedlichen Ebenen ehrenamtlicher und beruflicher Struktur der Jugendarbeit in der Landeskirche zeigen, den es ja gibt, der m. E. wächst und der uns gemeinsam stark macht.

Damit wäre ich konsequenterweise bei der Landesebene. Heute morgen habe ich mich gefragt, ob es nicht auch dazu nachher eine Kleingruppe geben könnte. Schöpft die Landesjugendkammer aus, was die Ordnung ihr an Aufgaben und Rechten vorgibt? Diese Frage klang ja ebenfalls gestern Abend an.

Dass wir hier heute in dieser Zusammensetzung mit einer Vertretung es Jugendausschusses der Landessynode tagen, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Meine Frage lautet: was können wir alle, die wir heute hier sind, tun, damit die Ordnung mit mehr Leben gefüllt wird? Nicht um der Ordnung willen, sondern um die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stark zu machen?

Was muss getan werden, damit sie selbstverständlicher gelebt wird?

Diese Frage stelle ich, weil wir für die Jugendarbeit ein funktionierendes Beziehungs- und Kommunikationsnetz brauchen – ehrenamtlich – wie beruflich und weil ich sowohl die Landekirche als auch den Jugendverband und natürlich die Fachstelle in der Pflicht sehe, sich Gedanken darüber zu machen, wie wir diese Ordnung bunter – von mir aus auch lebendiger und kräftiger und schärfer ausleben können. Statt überall das Rad immer wieder mühsam von vorne zu erfinden, könnten wir mit der Ordnung im Rücken mit Selbstverständlichkeit und Selbstsicherheit die Jugendarbeit gemeinsam auf allen Ebenen so stark machen, wie sie es verdient.

 

Fragen an die Kammer

Drei Gruppen, die sich jeweils einen Passus aus der Ordnung angucken und diskutieren. Unter dem Oberthema

Wie erleben wir die Wirklichkeit der Jugendarbeit im Verhältnis zu dem in der Ordnung möglichen Rahmen?

soll in vier Kleingruppen diskutiert werden:

  1. Wie ist die Situation?
  2. Wo sind Probleme?
  3. Was würden wir uns wünschen?
  4. Das muss anders werden!

 

Cornelia Dassler, Landesjugendpastorin

 

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